Re: Gegen Schengen-Routing

20. November 2013 - 14:10 |

Eben erreicht mich eine EMail mit einer Reaktion auf meine PM gegen das Schengen-Routing. Da "tut-nichts-zur@sache.de" vermutlich keine reguläre Emailadresse ist, hier die (schnell zusammengetippte) Antwort:

Hallo,

Am 2013-11-20 13:55, schrieb tut.nichts.zur@sache.de:
> ein Leser von Heise Online hat eine Nachricht mit dem Kontaktformular
> auf  http://www.tirsales.de/contact geschickt.
>
> Was ist denn Ihre Anwort auf die Überwachung der NSA, Vorschläge zu
> kritisieren ist generell einfach. Von den Piraten habe ich bisher noch
> keinen  konstruktiven Beitrag vernommen was zu tun wäre. Ihr Beitrag

Oh Bitte. Die Piraten haben bislang die meisten Vorschläge zu dem
Thema geliefert - einige wurden später auch von anderen Parteien
aufgegriffen.
Für einen ersten Blick über meine Forderungen:

http://www.tirsales.de/blog/tirsales/2013/07/26/15-folgen-aus-dem-abhoer...
http://www.tirsales.de/blog/tirsales/2013/09/06/5-notwendige-staatliche-...

> liest sich eher  so als wenn man die Daten lieber den amerikanischen
> Diensten geben sollte  statt sie im Inland möglicher Weise von den
> eignen Leuten überwachen zu  lassen??? Tolle Logik - scheinbar werden
> Sie von den Amerikanern für IIhre  Statements bezahlt

Die Daten werden derzeit vor Allem vom GCHQ abgefangen. Der sitzt in der EU. Die NSA braucht daher kein Routing über die USA - im Gegenteil, die erfreut sich an dem Routing über UK. Oh und die Dienste haben sich bei europäischen Betreibern eingehackt und schnorcheln da Daten ab. Das würde nochmal verstärkt werden, wenn andere Umwege bspw. über Osteuropäische Staaten wegfallen würden.

Anders ausgedrückt: Anstatt dass die NSA dann mehrere Routen aus Europa überwachen müsste, müsste sie nur noch mit dem GCHQ reden der die europäischen Routen überwacht. Einfacher für die NSA, mehr Daten. Und einfacher für die europäischen Dienste.

Übrigens würde auch ein rein deutsches Routing nichts bringen. Auch der BND schnüffelt begeistert mit. Was die Routing-Vorschläge also tatsächlich sind ist ein "Wir wollen die Daten für unsere Dienste" vom BMI und eben KEIN Versuch die Bürger zu beschützen.

Dagegen hätte es technische Nachteile - Monopol bzw Oligopolbildung sieht man ja bereits im deutschen Netz, weniger bzw schlechtere Ausweichmöglichkeiten auf außereuropäische Dienste, komplexeres Routing mit Nachteilen für Latenz, etc, politische Entscheidbarkeit über eine Great European Firewall, usw.

Man mag sich die Frage stellen, warum nationalstaatliche Kontrolle über Netzwerke und Kommunikationswege auch bislang eher verpönt - und von der BRD gerne kritisiert wurde ...

Grüße,

Sebastian Nerz

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