Dass ich die 80er überlebt habe, ist ein Wunder. Denken wir doch einmal daran zurück - marodierende Horden überall, tägliche Terroranschläge, die halbe Bevölkerung im Schlaf ermordet, eine Aufklärungsquote nahe 0% und wir alle opfern von Betrug.

Hmm. Moment, eigentlich war das damals alles ganz anders. Zumindest kann ich mich weder an hunderte von Terroranschlägen, noch an marodierende Horden oder massenhafte Morde erinnern. Aber ich erinnere mich wohl falsch. Denn, wie wir aus der Betrachtung der Innenpolitik, der Forderungen des Innenministeriums, des BKA und der Polizei wissen, kann es gar nicht anders gewesen sein. In den 80er Jahren gab es keine Vorratsdatenspeicherung, es gab keine Funkzellenabfragen, keine Anti-Terror-Datei, keine Verwischung von geheimdienstlicher und polizeilicher Tätigkeit, ja noch nicht einmal biometrische Daten in Reisepässen, massenhafte Videoüberwachung oder KFZ-Kennzeichenscanning an Autobahnen. Kurz: Es gab mehr Freiheit und weniger Überwachung.

Also muss es ja marodierende Horden gegeben haben. Und wenn nicht ... dann hat die deutsche Innenpolitik wohl seit Jahren versagt, sind die ständigen Forderungen nach immer neuen Überwachungsmaßnahmen nur populistischer Unsinn und die Aussagen, dass ohne VDS, CCTV und Kennzeichenscanning die Verbrechensbekämpfung unmöglich wäre völliger Unsinn.

Mal schauen. Vielleicht gründe ich demnächst den Verein "Achtzigerüberlebende gegen Überwachung e.V." als gemeinsame Therapiegruppe. Wir müssen ja das Traume der unsicheren 80er überwinden... Oder so.

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This Work, Die wilden 80er oder von der Unsinnigkeit der Innenpolitik #aügü, by Sebastian Nerz is licensed under a Creative Commons Attribution license.

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