FinFisher

9. Februar 2013 - 13:21 |

Dass das BKA eine Anschaffung einer FinFisher-Software prüft, sollte keine Neuigkeit mehr sein. Kurz zur Erinnerung: FinFisher ist eine Familie von Schadsoftware. Damit können Rechner überwacht werden - und zwar vollständig. Es scheint fast so, als hätte es die Klage gegen den o'zapftis Trojaner nie gegeben. Denn was das Verfassungsgericht an Grenzen gezogen hat, die werden von FinFisher mal eben ignoriert. Nachladen von Funktionen? Bildschirmüberwachung? Vollständige Wohnraumüberwachung? Ein Klick und es tut.

Als Ausgleich dafür, zahlt der Staat dann mal eben ab 150.000 Euro. Pro Einsatz. Im Regelfall dürfte das noch deutlich höher liegen - die Süddeutsche redet von Kosten bis in den Millionenbereich. Wie gesagt: Pro Fall.

Und mal Hand aufs Herz - wer glaubt Friedrich, dass es hier noch um einen verfassungskonformen Einsatz geht? Mal abgesehen davon, dass dieser gar nicht möglich ist, wie unter Anderem die Stellungnahme der Bundesanwaltschaft zeigt.

Es gibt in letzter Zeit zu viele Verfassungs- und Grundrechtsverstöße in Deutschland. Viel zu viele. Und irgendwann muss auch mal Schluss sein damit. Sich bei polizeilichen Ermittlungen in der Wahl der Mittel auf eine Stufe mit Bahrain zu stellen, ist keine gute Idee.

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This Work, FinFisher, by Sebastian Nerz is licensed under a Creative Commons Attribution license.

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  1. Gast (nicht überprüft) on 4. April 2013 - 7:41

    ueberwachung ist kontrolle!
    kontrolle ist sicherheit!
    menschen wollen sicherheit!

    dazu kommt noch ..
    ein staat der pleite ist muss menschen kontrollieren!
    ein staat der konzeptionell am ende ist muss menschen kontrollieren!

    die ddr musste das auch machen!

    es gibt nur die alternative das die menschen im staat von alleine wieder moralisch korrekt handeln!

    aber wird das je wieder passieren?